Die Riester-Rente sollte die private Altersvorsorge stärken. Stattdessen wurde sie für viele Sparer zum Beispiel dafür, wie staatliche Förderung, hohe Kosten und übertriebene Sicherheitsversprechen die Vermögensbildung behindern können. Mit dem neuen Altersvorsorgedepot soll ab 2027 vieles besser werden. Doch ausgerechnet die alten Provisionsstrukturen drohen zurückzukehren. Dabei gibt es inzwischen eine interessante Alternative: kostengünstige digitale Anbieter und künstliche Intelligenz als persönlicher Finanzassistent.

Riester: Eine gute Idee mit gravierenden Konstruktionsfehlern

Als die Riester-Rente 2002 eingeführt wurde, war die Zielsetzung durchaus vernünftig: Der Staat wollte die private Altersvorsorge fördern und damit die gesetzliche Rente ergänzen.

Das Problem lag weniger in dieser Zielsetzung als in ihrer Umsetzung.

Erstens mussten Anbieter garantieren, dass zum Rentenbeginn mindestens die eingezahlten Beiträge einschließlich der Zulagen zur Verfügung stehen. Was nach Sicherheit klingt, erwies sich gerade in der Niedrigzinsphase als Renditebremse. Um die Garantien einzuhalten, mussten Anbieter risikoarm investieren. Aktienanlagen wurden eingeschränkt, teilweise sogar nach Kursverlusten reduziert. Damit konnten Sparer langfristige Erholungschancen verpassen.

Zweitens waren viele Riester-Produkte teuer und kompliziert. Abschlussprovisionen, Verwaltungskosten und teilweise hohe Kosten für die spätere Rentenzahlung belasteten die Rendite. Hinzu kamen schwer verständliche Förderregeln und eingeschränkte Verfügungsmöglichkeiten.

Demnach wurde die staatliche Förderung teilweise durch diese Kosten aufgezehrt. Besonders problematisch war das für Menschen mit geringen Sparbeträgen, die eigentlich von der Förderung profitieren sollten.

Eine Untersuchung von Finanzwende aus dem Jahr 2026 illustriert das Problem: Bei den untersuchten Riester-Versicherungsangeboten errechnete die Organisation eine erweiterte Kostenquote von durchschnittlich 35 Prozent der Einzahlungen. Darin enthalten sind allerdings auch kalkulatorische Kosten für die lebenslange Rentengarantie. Die Zahl darf deshalb nicht mit reinen Verwaltungs- und Abschlusskosten gleichgesetzt werden.

Riester hatte durchaus Vorteile, insbesondere für bestimmte Familien und Menschen mit hohen Zulagen. Aber die grundlegende Schwäche blieb: Der Staat förderte die Altersvorsorge, ohne ausreichend sicherzustellen, dass die Förderung effizient in langfristiges Vermögen umgesetzt wurde.

Und jetzt wieder hohe Provisionen?

Das neue Altersvorsorgedepot soll diesen Konstruktionsfehler überwinden. Erstmals können geförderte Sparer ohne verpflichtende Beitragsgarantie langfristig in breit gestreute ETFs investieren. Das verbessert die Renditechancen, bringt allerdings auch Kapitalmarktrisiken mit sich.

Doch schon vor dem Start gibt es ein Warnsignal.

Der Versicherungsmathematiker Axel Kleinlein hat die neuen Provisionsangebote der Allianz untersucht. Laut Süddeutscher Zeitung vom 27. Oktober 2026 können bei bestimmten Produkten Vermittlungsprovisionen von knapp 19 Monatsbeiträgen anfallen – gegenüber etwa 10,5 bei bisherigen Riester-Angeboten.

Bei einem Sparplan über 30 Jahre errechnet Kleinlein für das günstige Standarddepot 351 Euro Vermittlungsprovisionen, bei teureren Allianz-Varianten dagegen 2.808 Euro.

Das ist das Achtfache. Weitere Produktkosten kommen gegebenenfalls hinzu.

Damit droht sich ein wesentlicher Fehler der Riester-Rente zu wiederholen: Die staatliche Förderung schafft attraktive Einnahmemöglichkeiten für den Finanzvertrieb.

Es geht auch anders: Onlinebanken und günstige Depots

Der ganze Beitrag unten

Zuvor die Links zum Förderrechner und zur Finanzfibel:

https://blog.meisnerconsult.de/wp-content/uploads/2026/06/MeisCon_Foerderrechner-6.html