Mindestens 2,3 Milliarden Dollar hat die Familie von US-Präsident Donald Trump seit seinem zweiten Amtsantritt mit Krypto-Geschäften verdient. Das besagt eine detaillierte Auswertung von Reuters, die vier Trump-Krypto-Projekte analysierte. Gleichzeitig haben mehr als eine Million Anleger bis Ende April Verluste in derselben Höhe – rund 2,3 Milliarden Dollar – verbucht. Ein beinahe spiegelbildliches Ergebnis: Das Geld, das bei der Familie Trump hereinkommt, ist bei den Anlegern weggegangen.

Die vier Trump-Krypto-Projekte im Detail

Reuters bündelt die Gewinne aus vier Hauptprojekten:

  1. World Liberty Financial (WLFI) – Eine DeFi-Plattform mit eigenem Governance-Token. Durch den Verkauf von Token flossen der Familie Trump mehr als 1,4 Milliarden Dollar. Der Token stürzte jedoch um etwa 87% bis Ende April, was Anleger massiv belastete.
  2. $TRUMP-Memecoin – Ein hochspekulativer Memecoin, bei dem Trump-nahe Firmen etwa 616 Millionen Dollar Gewinn machten. Käufer des Coins verloren jedoch über 700 Millionen Dollar, als der Preis einbrach.
  3. AI Financial Corp (ALT5 Sigma) – Ein Nasdaq-notiertes Unternehmen, das WLFI-Token kaufte und mehr als 500 Millionen Dollar an Trump-verbundene Firmen weiterleitete. Der Aktienkurs brach daraufhin ein, externe Anleger verloren rund 200 Millionen Dollar.
  4. American Bitcoin – Eine Bitcoin-Mining-Firma, bei der Trump-Söhne Eric und Donald Jr. zusammen 20% halten. Eric Trump besitzt verbal 9% im Wert über 70 Millionen Dollar, ohne eigenes Investment. Externe Anleger verloren hier über 200 Millionen Dollar.

Wie die Trumps das Geld verdienen

Die Familie verdient nicht nur an späteren Kursgewinnen. Der Gewinn entsteht bereits beim Token-Verkauf, durch Gebühren aus den Projekten und durch Beteiligungen ohne eigenes Investment. Besonders auffällig ist WLFI: Die Trump-Seite erhält laut Reuters einen großen Anteil an den Erlösen, ohne dass vergleichbar viel Kapital auf der anderen Seite steht. Beim Memecoin fließen weitere Gebühren an Trump-nahe Firmen.

Anleger: Verluste auf der anderen Seite

Die Anlegerverluste stammen direkt aus denselben vier Projekten. Viele Kleinanleger kauften, als die Projekte stark beworben wurden oder politisch Aufmerksamkeit bekamen. Danach blieben sie bei fallenden Kursen sitzen. Bei Memecoins und ähnlichen Token sind frühe Verkäufer oft im Vorteil, während spätere Käufer die Verluste tragen – genau dieses Muster beschreibt die Reuters-Recherche.

Politische Sprengkraft

Die Sache ist politisch heikel. Kritiker sehen einen möglichen Interessenkonflikt: Ein Präsident, der den Rahmen für die Krypto-Branche beeinflussen kann, verdient gleichzeitig mit eigenen Projekten Milliarden. Trump hatte sich selbst als „World Capital of Crypto“ angekündigt, doch die eigene Familie nutzt die politische Position offenbar gewinnbringend.

Fazit

Die Trump-Familie hat mit vier Krypto-Projekten mindestens 2,3 Milliarden Dollar Gewinn gemacht. Anleger haben an denselben Projekten fast die gleiche Summe verloren. Es ist eine direkte Umverteilung von Kleinanlegern zur Präsidentenfamilie. Die Reuters-Auswertung basiert auf Blockchain-Daten, Unternehmensberichten und Expertenprüfungen – und wird von über einem Dutzend Rechnungs- und Krypto-Experten als plausibel eingeschätzt.

Quelle:

Reuters Investigativbericht: „Parsing the Trumps‘ crypto profits, investors‘ losses“
Autor: Tom Bergin (Investigative Journalist)
Erschienen: 8. Juni 2026
URL: https://www.reuters.com/investigations/parsing-trumps-crypto-profits-investors-losses-2026-06-09/