Das neue Portal „Einfach machen“ der Bundesregierung ist ein begrüßenswerter Schritt: Bürgerinnen und Bürger können unkompliziert Hinweise geben, wo Verwaltung im Alltag noch einfacher, verständlicher oder digitaler werden könnte. Beteiligung wird ernst genommen – und das ist gut so.

Auch das Meldeformular selbst ist übersichtlich und schnell ausgefüllt. Umso mehr fällt ein kleines Detail am Ende auf: Im letzten Schritt wartet ein klassisches, textbasiertes CAPTCHA mit verzerrten Zeichen.

Das ist kein großes Problem – aber ein interessantes Beispiel dafür, wie entscheidend die letzten Meter in digitalen Prozessen sind. Gerade kurz vor dem Absenden wünscht man sich, dass alles möglichst reibungslos funktioniert. Für manche Nutzerinnen und Nutzer ist diese Art der Abfrage jedoch überraschend mühsam und nicht ganz zeitgemäß.

Dabei gibt es heute viele moderne, barriereärmere Möglichkeiten der Bot-Abwehr, die im Hintergrund arbeiten und den Nutzer kaum belasten. Sie werden in vielen Anwendungen bereits erfolgreich eingesetzt – auch im öffentlichen Bereich.

Warum lohnt sich der Blick auf so ein Detail?
Weil gerade bei einem Portal, das Vereinfachung und Digitalisierung fördern will, die Nutzererfahrung bis zum letzten Klick stimmig sein sollte. Kleine Hürden können sonst unnötig bremsen – obwohl die Idee dahinter genau das Gegenteil beabsichtigt.

Vielleicht ist dieses CAPTCHA deshalb weniger ein Fehler als eine Einladung: Digitalisierung nicht nur als funktionierende Technik zu verstehen, sondern als durchgängig nutzerfreundlichen Prozess. Manchmal liegt der größte Fortschritt in den unscheinbaren Kleinigkeiten.